Über die letzten vier Wochen hatten wir bei TORRO mit Nils einen Praktikanten aus Deutschland. Es hätte kein besseres Timing für uns geben können, da wir unsere Homepage sowie Social-Media-Kanäle für das immer größer werdende deutsche TORRO-Publikum zugänglich machen wollten!

Nils war eine große Hilfe und ging jede Aufgabe mit Begeisterung an. Sein Sinn für Humor und das Interesse an Fußball halfen ihm, sich schnell im TORRO-Team einzuleben. Wir haben uns gefreut, Nils kennengelernt zu haben und auch, dass er seine Erfahrung mit TORRO teilen möchte:

 

Auslandspraktikum als Deutscher bei TORRO

Über mich

Ich heiße Nils, bin 21 Jahre alt und komme aus dem Nordwesten Deutschlands, um mein vierwöchiges Auslandspraktikum bei TORRO in Newcastle zu absolvieren. In meiner Freizeit spiele und schaue ich gerne Fußball oder treffe mich mit Freunden. Außerdem bin ich großer Fan vom FC Bayern München.

Im Moment mache ich eine Ausbildung zum Kaufmann für Groß- und Außenhandel bei einem mittelständischen Familienunternehmen mit über 200 Mitarbeitern nahe der Grenze zu den Niederlanden.

Als sich die Gelegenheit für ein Auslandspraktikum in England ergab, musste ich nicht lange überlegen, da ich mich schon immer für das Land mit seiner Sprache und Kultur interessiert habe.

Meine Erwartungen

Um ehrlich zu sein war das größte Vorurteil das ich hatte, dass es den ganzen Tag nur regnen würde und das Verlassen des Hauses ohne Regenschirm nicht möglich sei. Dicht gefolgt davon, dass alle Leute nach der Arbeit zusammen in den Pub gehen und ein paar Bier trinken - dem war leider nicht so. Die Engländer würden nur Fish & Chips essen und Tee trinken durfte in einer Liste von Vorurteilen natürlich auch nicht fehlen. Dass man nicht ganz so hart und lange bzw. mit nicht allzu strengeln Regeln arbeiten würde, hatte ich vorher auch schon mal gehört.

Außerdem bin ich davon ausgegangen, dass der "Brexit" ein präsentes Gesprächsthema bei der Arbeit oder in der Gastfamilie sei. 

Willkommen in der Realität

Angekommen am Sonntag, den 06. Oktober beim Flughafen von Newcastle, steige ich aus dem Flugzeug und dreimal dürfen Sie raten... - ja genau, es regnet in Strömen bis zum nächsten Morgen. So hatte sich mein größtes Vorurteil schneller als mir lieb war bewahrheitet. Zur Verteidigung muss man jedoch sagen, dass die nächsten Tage und Wochen überraschend schön waren, sodass ich die Sonne öfter als erwartet zu Gesicht bekam. Zwar immer noch ein bisschen kalt und windig, aber immerhin kein Regen mehr.

Am Montagmorgen nach meiner Ankunft hatte ich dann ein Gespräch in ganz entspannter Amtosphäre mit den beiden Chef's von TORRO, die mir direkt ein positives Gefühl gaben. Man bot mir direkt das "Du" an, was ich so aus Deutschland nicht gewohnt war. Das gab mir aber das Gefühl dazu zugehören. Nachdem ich dem Rest des Teams vorgestellt wurde, integrierte man mich auch direkt mal in ein Meeting, in dem sie mir ihre Vorstellungen über meine Aufgaben mitteilten. Sofort spürte ich das Vertrauen, das man mir entgegenbrachte.

Zu meinen Aufgaben gehörte viel Übersetzungsarbeit und die neu erstellten deutschen Social-Media-Kanäle auf dem neuesten Stand zu halten. Es war sehr interessant das ganze mal aus der Sicht eines Unternehmens zu sehen, da man ganz neue Einblicke in die Funktionen von Social-Media erhält als bei der Nutzung mit seinem Privataccount.

Als ich direkt am zweiten Arbeitstag verpasste an der richtigen Busstation auszusteigen und eineinhalb Stunden zu spät kam, musste ich mir keine Sorgen machen Ärger zu bekommen. Vielmehr lachten wir zusammen, dass ich stattdessen ausversehen bis ganz an die Küste zum Meer gefahren bin. 

Die nächsten Wochen wurde ich immer wieder in Meetings eingebunden, in denen stets Wert auf meine Meinung gelegt wurde, sodass ich mich wie ein Festangestellter von TORRO fühlte. Freitags gab es immer eine kleine Versammlung aller Mitarbeiter im Büro, in der die Woche kurz besprochen wurde und Verbesserungsvorschläge abgegeben werden konnten. Wenn ich hier eines gelernt habe, dann ist es, dass die Basis für Erfolg Kommunkation heißt!

Zum Thema "Brexit" kann ich nur so viel sagen, dass die Leute hier andere Sorgen zu haben scheinen, da ich in jetzt drei Wochen nicht ein einziges Gespräch darüber mitbekommen habe, weder auf der Arbeit noch zuhause in der Gastfamilie.

Fazit

Allgemein lässt sich sagen, dass es abgesehen vom Regen große Unterschiede zum deutschen Arbeitsleben gibt. Über allem steht die Kommunikation und der Umgang der Mitarbeiter untereinander, der sehr familiär wirkt, sodass man keine lange Eingewöhnungszeit benötigt. Zusammenfassend kann ich jedem so ein Auslandspraktikum nur ans Herz legen, besonders wenn man dabei so viel Glück mit dem Unternehmen und deren Mitarbeitern wie ich hat.

Ein großes Dankeschön an das gesamte TORRO-Team, das sich immer um mich gekümmert und unterstützt hat. Besonders danken möchte ich nochmal W. Johnson, der meiner Mutter zu ihrem Geburtstag eine neue Lederülle für ihr Handy zukommen lassen hat.